Im Gespräch: Mein künstlerischer Antrieb

Ich kann einfach nicht anders.

Das ist die ehrlichste Antwort, die ich auf die Frage habe, warum ich Kunst mache.

Ich habe schon immer Dinge kreiert, war immer fasziniert davon, was mit den eigenen Händen möglich ist. Irgendwann ist daraus Kunst geworden — weil mir blind produzieren nie gereicht hat.

Ich denke gerne komplex. Kunst gibt meinem Denken einen Rahmen, in dem das Sinn macht.

Das Thema, das sich dabei herauskristallisiert hat, trägt mich schon lange: Genügen. Das Gefühl, nicht zu reichen. Ich sehe es in meinem Umfeld, ich kenne es aus mir selbst — und trotzdem redet man nicht gerne darüber. Es fühlt sich verletzlich an, zuzugeben, dass man sich selbst nicht genug ist. Ich bin eigentlich Kopfmensch, Denkerin, keine, die gerne mit Gefühlen hausiert. Und trotzdem ist genau das die Frage, um die sich alles dreht.

Die Person, für die ich arbeite, ist jemand, der viel trägt. Beruflich, familiär, in jeder Richtung. Jemand, der funktioniert und sich trotzdem chronisch ungenügend fühlt. Dessen eigene Bedürfnisse irgendwo außen vor geblieben sind. Diese Person soll sich in meiner Arbeit als Subjekt wahrnehmen können, nicht nur als jemand, der für andere da ist. Sich gesehen fühlen, ohne dass ich das groß erkläre.

Die Schattenseite meiner Arbeit ist nicht die Arbeit selbst; die macht mir keine Mühe. Es ist alles drumherum. Kind, Teilzeitjob, Buchhaltung, Marketing, Fotos, Texte. Kunst ist ein Unternehmen. Das vergisst man gerne, bis man merkt, dass für das eigentliche Machen die wenigste Zeit bleibt.

Was hängen bleiben soll, wenn jemand meine Arbeit gesehen hat und wieder geht?

Eine stille Zugehörigkeit. Das Gefühl, nicht alleine zu sein mit dem, was man fühlt, aber nicht sagt.

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Kunst an die Wand. Ein Leitfaden für alle, die noch nie ein Bild aufgehängt haben und es trotzdem richtig machen wollen.

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